Was ist eigentlich Tee?

Als „Tee” werden fachlich korrekt nur die Blätter, Stengel und Knospen der Teepflanze (camellia sinensis) in fachgerechter Verarbeitung bezeichnet. Das ist der sogenannte echte Tee. Wenn wir in Deutschland von Früchtetee, Kamillentee oder Kräutertee sprechen, ist das eigentlich ein Aufguss, und kein Tee. In Frankreich ist man da z.b. konsequenter, man spricht von "thé" (für den echten Tee) oder "infusion" (Aufgussgetränk). Hier sprechen wir zunächst nur über echten Tee.

Die Teepflanze

Die Teepflanze kommt in zwei Formen vor: Assam und China. Assam wächst besonders gut in der Ebene und im Sumpfland, während die Chinassaatpflanze mehr in den Bergen wächst. Sie kann sogar kurzzeitig Frost ertragen.

Die Sträucher sind immergrün, wachsen etwa einen bis maximal fünf Meter in die Höhe, wenn man sie denn ließe. Denn natürlich werden die Sträucher geschnitten, damit die Ernte leichter erfolgen kann. Die größten Anbauländer sind nach wie vor China und Indien, Kenia und Sri Lanka folgen mit weitem Abstand.

Die besten Qualitäten werden ausschließlich von Hand geerntet. Das Teepflücken ist eine eigene Kunst, das wirklich Erfahrung erfordert und meistens von Frauen ausgeübt wird. Bei Spitzentees wird nur die Knospe jeden Triebes mit zwei Blättern verwendet.

Traditionelle Verarbeitung

Teebearbeitung ist kompliziert. Zuerst muss der Tee welken, damit die Blätter weich und zart werden; dann werden sie gerollt und gesiebt, dann wird fermentiert und zum Schluss getrocknet.

Bei der industriellen Verarbeitung wird der Tee in großen Produktionswerken nach dem Welken in einem Arbeitsgang zerbrochen, zerrissen und gerollt. Dabei entsteht feines Teepulver. Erst danach erfolgt die Fermentierung. Produziert werden nach dieser Methode fast alle Tees in Teebeuteln.

Aromatisierte Tees

„Computer: Tee, Earl Grey, heiß” bestellt Captain Picard vom Raumschiff Enterprise seinen Tee. Earl Grey ist aber keine besondere Sorte, sondern aromatisierter Schwarztee. Der Tee wird mit der Bergamotte-Frucht, genauer dem Öl der Frucht aromatisiert. Es dürfte die älteste Art der Tee-Aromatisierung sein, die ursprünglich konservierende Wirkung hatte und der langen Überfahrt geschuldet war. Auch Sherlock Holmes trinkt in seinen Geschichten Earl Grey.

Mittlerweile werden aromatisierte Tees in allen Variationen angeboten: von Vanille, Wildkirsche, Maracuja, Orange, oder auch weihnachtliche aromatisierte Tees mit Anis und Zimt.

Ist Tee wirklich gesund?

Ja. Das ist er. Auf jeden Fall hat Tee als inhaltsreicher Pflanzenstoff jede Menge Wirkungen, einige davon sind sehr gesund.

Tee enthält Koffein. Der Koffeingehalt ist sogar bis zu fünf mal höher als in Kaffeebohnen. Allerdings wird Tee mit mehr Wasser als Kaffee aufgegossen und der fertige Tee hat dann einen „normalen” Koffeingehalt. Wenn der Tee länger zieht, fangen die Gerbstoffe im Tee an, das Koffein zu binden. Es entfaltet dann erst einmal keine Wirkung. Im Magen selber wird dieser Komplex wieder aufgespalten und das Koffein wirkt dann - aber später und länger anhaltend.

Tee enthält eine Menge von Flavoniden, die vermutlich die die Blutgefäße elastisch halten. Damit kann das Blut leichter fließen und die Gefahr von Blutgerinnseln verringert sich. Allerdings wird diese Funktion durch Zugabe von Milch zum Schwarzen Tee fast vollständig aufgehoben ( Quelle |Addition of milk prevents vascular protective effects of tea] ). Andererseits wirkt die Milch wieder besser gegen Nierensteine - einen Tod muss man wohl sterben.

Tee senkt den Blutdruck, oder fachlich ausgedrückt, das Risiko für Hypertonie ist geringer geworden. Dafür reichen zwei bis vier Tassen pro Tag aus.

Kann Tee auch schaden?

Bei bestimmten Krankheiten, z.B. Blutarmut, kann Tee die Symptome verschlimmern. Das liegt an dem Polyphenol-Anteil im Tee, der nicht gerade niedrig ist. Langfristig können übermäßige Teetrinker auch unter Eisenmangel leiden. Normale Teetrinker sind davon nicht betroffen.

Mehr als nur ein Trend: Grüner Tee

Seit vielen Jahren schon findet die Alternative zum Schwarztee immer mehr Anhänger. Der Grüne Tee wird immer beliebter, stabil und allen kurzlebigen Moden zum Trotz.

Der Grüne Tee wird im Gegensatz zum Schwarztee nicht fermentiert (oxidiert). Traditionell wird der Grüntee mit Eisenpfannen über dem Feuer gewelkt und getrocknet. Ähnlich sieht es beim Weißem Tee aus.

Ist grüner Tee gesünder als schwarzer Tee?

Kommt drauf an. Im Prinzip sind die Inhaltsstoffe fast die gleichen - aber eben nur fast. Viele der Studien, die sich auf Tee insgesamt beziehen, wurden am Studienort mit den heimischen Teesorten, darunter vor allem in Japan und Korea mit grünem Tee durchgeführt. Die größte davon fand in Japan statt. In einer über elf Jahre laufenden Studie wurden über 40.000 Erwachsene im Alter von 40 bis 79 Jahren untersucht. Es wurden positive Auswirkungen auf den Herzmuskel festgestellt und die Sterberate sank um 12 Prozent bei Männern, um 23 Prozent bei Frauen. Ebenfalls wurden weniger Herz-Kreislauferkrankungen diagnostiziert.

Da im grünen Tee mehr Polyphenole und Fluoride enthalten sind, ist das Risiko für Karies deutlich vermindert. Die Zähne sind also gelb, aber gesund :-)

Es gibt begründete Vermutungen, die allerdings noch nicht als Beweis durchgehen, dass grüner Tee die Möglichkeit, Alzheimer zu bekommen, vermindert. Allerdings ist der beobachtete Zeitraum noch zu gering, um rein zufällige Effekte auszuschließen. Gute Forschung braucht eben Zeit, und gerade bei Alzheimer ist das schwer festzustellen („Wo ist denn wieder der Grüne Tee...?”).

Generell gilt: nicht übertreiben, weder mit Kaffee noch mit Tee.

Gasthaus Roter Ochs - Kirchplatz 3 - 91301 Forchheim - Tel. +49 9191/4511

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